Ethische Grundsätze

1. Leitende Werte

Bei Lucid Horizons stehen Integrität, Sicherheit und Respekt im Zentrum jeder Begegnung. Unsere Arbeit beruht auf der Überzeugung, dass bedeutsame Veränderung nur in einem Umfeld von Vertrauen, Verantwortung und Sorgfalt entstehen kann.

Unsere Grundwerte:

  • Respekt vor der Würde, der Einzigartigkeit und der Autonomie jedes Menschen

  • Die Verpflichtung zu sicheren, unterstützenden und vertraulichen Räumen

  • Integrität, Ehrlichkeit und Transparenz in jeder Kommunikation

  • Mitgefühl und Urteilsfreiheit in der Arbeit mit Klient:innen

  • Die Verpflichtung zu fortlaufendem Lernen und fachlicher Weiterentwicklung

2. Inklusion und Nichtdiskriminierung

Wir heißen Menschen jeder Herkunft, Ethnie, Nationalität, Religion, jeden Geschlechts, jeder Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung, jeden Alters und mit Behinderung willkommen. Niemand wird als Person anders behandelt oder weniger geachtet, unabhängig davon, wer die Person ist. Wir begegnen jedem Menschen als Individuum.

Davon zu unterscheiden ist die Frage der gesundheitlichen Eignung für eine Psilocybin-Journey: Aus Gründen der Sicherheit können bestimmte körperliche oder psychische Vorbedingungen dazu führen, dass wir eine Journey nicht verantworten können (siehe Abschnitt 12). Diese Beurteilung erfolgt ausschließlich im Interesse der Sicherheit und ist kein Werturteil über die Person. Coaching und Beratung stehen unabhängig davon offen.

3. Zugang

Wir sind überzeugt, dass diese Arbeit nicht davon abhängen sollte, was jemand sich leisten kann. Kosten sind eine reale Hürde, und auch wenn wir sie nicht vollständig beseitigen können, halten wir eine kleine Zahl von Plätzen zu reduziertem Satz für Menschen bereit, die sonst nicht teilnehmen könnten. Wenn Ihnen das helfen würde, melden Sie sich.

4. Sicherheit und die Verletzlichkeit veränderter Bewusstseinszustände

Psilocybin öffnet einen Zustand, in dem ein Mensch ungewöhnlich offen, beeinflussbar und empfindsam ist. Diese Offenheit verstehen wir als etwas, das es zu schützen gilt, niemals auszunutzen. Wir sind uns der Verantwortung, die daraus erwächst, fortlaufend bewusst, und wir nutzen den verletzlichen Zustand von Klient:innen nie, um in eine Richtung zu beeinflussen, die unseren Interessen dient statt ihren.

5. Macht und die Beziehung

Wir erkennen das Machtgefälle an, das der Beziehung zwischen Facilitator:in und Klient:in innewohnt, und die Weise, wie es durch Unterschiede in Rolle, Wissen, Geschlecht, Kultur oder Lebensumständen verstärkt werden kann. Wir gehen offen mit diesem Bewusstsein um, benennen es, wo es hilfreich ist, und handeln stets im Interesse der Klient:innen. Wir fördern keine Abhängigkeit und halten die Beziehung in jeder Phase klar und professionell.

6. Eine nicht-direktive Haltung

Wir vertrauen darauf, dass die Richtung jeder Erfahrung den Klient:innen gehört. Unsere Rolle ist nicht, zu führen oder Bedeutung aufzuerlegen, sondern Beständigkeit, ehrliche Präsenz und, wo es hilft, behutsame Begleitung anzubieten. Wir spiegeln, was wir wahrnehmen, und benennen, was wichtig erscheint, und achten dabei stets jeden Menschen als die Autorität über das eigene Innenleben.

7. Freiheit von Dogma

Wir bringen keine spirituelle, religiöse oder ideologische Agenda in diese Arbeit, und wir geben unsere eigenen Überzeugungen niemals als die Bedeutung der Erfahrung von Klient:innen aus. Unsere Räume sind warm und angenehm, aber frei von rituellen Gegenständen, Symbolen, Räucherwerk oder esoterischen Requisiten. Alles im Raum dient Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Sicherheit, nichts darüber hinaus. Was in einer Sitzung entsteht, gehört dem Menschen, der es erlebt hat, und der Sinn, den diese Person darin findet, gehört ihr. Gerade in verletzlichen Zuständen achten wir besonders darauf, niemals nahezulegen, was jemand hätte fühlen, sehen oder glauben „sollen".

8. Sexuelle Grenzen

Zwischen Facilitator:in und Klient:in gibt es zu keinem Zeitpunkt sexuellen Kontakt, keine Annäherung und keine Andeutung irgendeiner Art, weder vor, während noch nach einer Sitzung oder Journey. Diese Grenze ist absolut und kennt keine Ausnahme. Sie besteht, um die Sicherheit und das Vertrauen zu schützen, auf die diese Arbeit angewiesen ist.

9. Berührung und Einwilligung

Berührung, sofern sie überhaupt einen Platz hat, beschränkt sich auf einfachen, nicht-intimen, unterstützenden Kontakt und erfolgt ausschließlich mit ausdrücklicher, vorab vereinbarter Einwilligung. Wir besprechen in der Vorbereitung, ob und wie unterstützende Berührung eingesetzt werden könnte, und die Einwilligung kann in jedem Moment zurückgenommen werden. Abgesehen vom Schutz vor unmittelbarer körperlicher Gefahr ist jede Berührung optional und immer die Entscheidung der Klient:innen. Sexuelle Berührung findet unter keinen Umständen statt.

10. Tätigkeitsrahmen

Wir arbeiten innerhalb der Grenzen unserer Ausbildung, unserer Kompetenz und unserer Rolle. Wir leisten keine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung, und wir stellen keine Diagnosen. Wo die Bedürfnisse eines Menschen über das hinausgehen, was wir verantwortungsvoll anbieten können, sagen wir das deutlich und verweisen an geeignete Fachleute.

11. Informierte Einwilligung

Alles wird vorab klar erklärt: was der Prozess umfasst, seine möglichen Vorteile, seine Risiken und seine Grenzen. Die Teilnahme ist immer freiwillig, die Einwilligung kann jederzeit zurückgenommen werden, und kein Ergebnis wird je versprochen oder garantiert. Jeder Weg ist anders.

12. Sicherheit, Screening und Fürsorge

Psilocybin-Journeys finden ausschließlich im legalen Rahmen der Niederlande statt, mit sorgfältigem Screening der körperlichen und psychischen Gesundheit im Vorfeld. Wir bereiten gründlich vor, halten die Gruppen klein und bleiben durchgehend präsent und aufmerksam. Wir sind darin geschult, Krisen zu erkennen und auf sie zu reagieren, und in jeder Situation, in der das Wohl eines Menschen auf dem Spiel steht, geht seine Sicherheit allem anderen voran.

13. Vertraulichkeit

Alles, was uns anvertraut wird, wird streng vertraulich behandelt. Eine Offenlegung erfolgt nur mit der ausdrücklichen Einwilligung der Klient:innen oder dort, wo sie gesetzlich vorgeschrieben ist, etwa bei einer unmittelbaren Gefahr eines Schadens.

14. Kultureller Respekt

Wir bewahren Respekt vor den älteren Traditionen, aus denen diese Arbeit hervorgeht, und wir sind ehrlich darüber, was wir sind und was nicht. Unser Ansatz ist zeitgenössisch und professionell, und wir achten darauf, uns nichts anzueignen oder aufzuführen, was nicht unseres ist.

15. Fachliche Verantwortung

Wir verpflichten uns zu fortlaufender Supervision, Weiterbildung und Austausch mit Kolleg:innen. Wir suchen ehrliches Feedback, reflektieren unsere Praxis und begegnen ethischen Fragen offen und verantwortungsbewusst statt abwehrend.